Interaktive Karte Schlesiens

Die topographische Karte zeigt die ehemaligen Lokalisierungen der bereits identifizierten Kunstsammlungen.

Wie wird die topographische Karte benutzt? Beim Klicken mit der linken Maustaste auf eines der Kennzeichen in der topographischen Karte wird ein Textfeld mit Grundinformationen über die jeweilige Sammlung abgerufen. Falls in einem kleinen Feld zahlreiche Kennzeichen dicht beieinander verdrängt sind, ist die Feldvergrößerung möglich, durch den Schieber in der linken oberen Kartenecke, bzw. durch Scrollen des Mausrollrads. Die topographische Karte selbst verschiebbar, indem im gewählten Gebiet ein Mausklicken mit der linken Taste erfolgt, die Taste festgehalten und in die gewählte Richtung verschoben wird.

Touristische Routen

Wir laden zum Kennenlernen der vorgeschlagenen Routen auf den Spuren der Schlesischen Kunstsammlungen ein.

Große Familien Oberschlesiens: Ballestrem, Donnersmarck, Tiele-Winkler und Renard

Zu den imposantesten Residenzen Oberschlesiens gehörte das Schloss des Grafen Guido Henckel von Donnersmarck in Neudeck (heute Świerklaniec, siehe das Archivfoto), errichtet vom berühmten französischen Architekten Hektor Leufel. Aus den Beschreibungen in der vorkrieglichen Presse weiss man, dass in dem Roten Saal Werke von Murillo, Cranach, Eugène Carrière und ein Bildnis von Lessing gemalt von Anton Graff bewundert werden konnten. Im Salon hingen Bilder mit Jagdszenen und im Kabinett wurde due Ahnengalerie dargestellt (die Donnersmarck wurden vom bekannten Maler Franz von Lenbach porträtiert). Der Bau, auch oft „Kleines Versailles” genannt, wurde in den 1960er Jahren abgetragen. Es lohnt sich aber, einen Spaziergang durch den Schlosspark zu unternehmen (Eintritt frei). Erhalten sind vier Wasserbecken mit gusseisernen Skulpturengruppen, kämpfende Tiere darstellend, hergestellt in Paris vom bekannten französischen Künstler Emmanuel Frémiet. Der Hauptbecken wurde nach dem Vorbild der Fontäne im Jardin du Luxembourg. Früher verzierten auch Löwenfiguren aus der Gleiwitzer Werkstatt von Theodor Kalide den Park. Fragmente der alten Parkanlage und ein kleines Kavaliershaus geben Vorstellung über ehemaliger Pracht der Residenz der Donnersmarck.

Im Kreis der Gebrüder Hauptmann – Agnetendorf und Schreiberhau

Als Schreiberhau (Szklarska Poręba) am Ende des 19. Jahrhunderts als Künstlerkolonie an Popularität zu gewinnen begann, beschlossen die Gebrüder Carl und Gerhard Hauptmann, sich dort anzusiedeln. Im Jahr 1890 kauften sie ein Haus, das heute ein nach ihnen benanntes Museum beherbergt (Informationen über die Besichtigungsmöglichkeiten unter domhauptmannow.pl). In den mit Möbeln und anderen Gegenständen aus dem beginnenden 20. Jahrhundert ausgestatteten Innenräumen befindet sich eine Ausstellung, die den beiden Brüdern, die zugleich Kunstliebhaber waren, gewidmet ist. Gerhard zog 1895 nach Agnetendorf, Carl dagegen wohnte in Schreiberhau bis zu seinem Tode im Jahr 1921. In dem ihm gehörenden Haus konnte man u. a. Bilder von dem mit Hauptmanns verwandten Maler Otto Mueller und ein Gobelin von Wanda Bibrowicz bewundern. Es befanden sich dort wohl auch Landschaftsbilder der in Schreiberhau tätigen Künstler, ähnlich denjenigen, die wir heute in den Museumsräumen sehen können.

Hirschberger Tal – das Tal der Schlösser

Wir schlagen vor, den Ausflug mit dem Schloss in Karpniki (Fischbach, der heruntergekommene Bau befindet sich in privaten Händen und kann von außen besichtigt werden) zu beginnen. Das Schloss wurde durch Friedrich August Stüler für Prinz Wilhelm von Hohenzollern in der Mitte des 19. Jahrhunderts errichtet. Dank einer Serie der Aquarelle mit den Darstellungen des Schlossinneres kurz nach dessen Umbau können wir uns in der Zeit versetzen und virtuell Zimmer für Zimmer besichtigen. In dem blauen Salon wurde ein großformatiges Gemälde von Hummel „Abendgebet böhmischer Bauern bei Teplitz” präsentiert und in die Fenster wurden alte Glasmalereien aus der großen Sammlung des Prinzen eingesetzt. Die Glasmalereien waren auch in anderen Sälen zu sehen, z. B. in dem Roten Salon. Auf anderen Aquarellen sieht man zahlreiche Leinwandmalereien (hauptsächlich Bildnisse und Landschaftsbilder) sowie Skulpturen und Porzellan, die die prunkvoll ausgestatteten Innenräume verzierten.

Nördlich von Breslau

Wir schlagen vor, den Ausflug mit dem Schloss in Brzegu Dolnym (Dyhrenfuhrt), heute Sitz des städtischen Kulturzentrums und des Stadtamtes, zu beginnen. Das Gut kaufte im Jahre 1767 Graf Karl Georg von Hoym, der damalige Minister von Schlesien. Mit dem Umbau des bestehenden Schlosses beauftragte er den berühmten Architekten Karl Gotthard Langhans. Das malerisch am Ufer der Oder gelegene Schloss barg eine Gemäldegalerie, die sich aus zahlreichen Landschafts- und Porträtbildern, darunter aus den aus Frankreich importierten Werken von Jean-Marc Nattier, die den großen Saal im Erdgeschoss des Gebäudes verzierten, zusammensetzte. In den Innenräumen hingen auch Gemälde von Franz Xaver Winterhalter. Im Schloss befand sich auch eine Sammlung von alten Instrumenten. Von der Pracht der ehemaligen Residenz der Familie Hoym zeugt heute noch die große, von Langhans entworfene Parkanlage (Eintritt frei, Auskunft und Plan unter www.park.brzegdolny.pl/mapa.htm) mit der Ruine des Familienmausoleums.

Östlich von Breslau

Von dem ehemals imposanten Schloss in Szczodre (Sibyllenort), welches nach dem Zweiten Weltkrieg einem Brand zu Opfer fiel, ist nur ein Fragment eines Flügels erhalten geblieben. Der monumentale Bau, oft „Schlesisches Windsor“ genannt, gehörte zu der Dynastie der Wettiner (früher zu den Fürsten aus der Württemberger Dynastie). Laut den früheren Überlieferungen soll die Sammlung der Malerei, Zeichnungen und Graphik um 5000 Objekte gezählt haben. Zu den wertvollsten Werken alter Meister gehörten Bilder Lucas Cranachs, darunter die früheste bekannte Version des Porträts des sächsischen Kurfürsten, Friedrich des Weisen. Dieses Bild hing, zusammen mit dem Bildnis des sächsischen Kurfürsten Johann des Beständigen in dem sogenannten Familiensalon, während in der Kapelle Cranachs Gemälde Ecce Homo präsentiert war. In den Sammlungen in Sibyllenort befanden sich zahlreiche Bildnisse, darunter eine vollständige Galerie der Fürsten aus der Dynastie der Wettiner. Eine wertvolle Sammlung Meißner Porzellans, eine der größten in Europa, wurde in einem speziell entworfenen, mit Spiegeln ausgelegten Saal ausgestellt, sodass die Figuren, Büsten und Gefäße von allen Seiten bewundert werden konnten. Das zur Besichtigung zugänglich gemachte Schloss gehörte vor dem Zweiten Weltkrieg zu den größten touristischen Attraktionen in der Umgebung von Breslau.

Schlösser in der Umgebung von Neisse

Wie schlagen vor, den Ausflug mit dem imposanten Schloss in Kamieniec Ząbkowicki (Kamenz) (Ruinenzustand, teilweise zur Besichtigung zugänglich) zu beginnen. Die gewaltige Residenz schmückten ehemals zahlreiche Kunstwerke. In dem Speisesaal wurden Wandgemälde mit der Darstellung Das Festmahl Belsazars und Die Hochzeit zu Kana präsentiert. In den geräumigen Zimmern standen antike Möbel und hingen zahlreiche Gemälde, darunter viele Bildnisse der Fürsten aus der Oranien- und Hohenzollern-Dynastie angefertigt von Friedrich Bury, Karl Begas und Franz Krüger (z. B. „Bildnis der Marianne von Oranien-Nassau”, heute im Museum in Nysa/Neisse).

Schlösser in der Umgebung von Ratibor

Das Schloss in Krowiarki (Polnisch Krawarn), im 19. Jahrhundert erbaut, war Sitz der Geschlechter von Strachwitz, Gaschin und Donnersmarck (heute in schlechtem Erhaltunszustand, wegen der Besichtigung soll man den Besitzer kontaktieren, Informationen auf der Seite www.krowiarki.pl). Die Bilder aus dem Ballsaal, angefertigt vom hervorragenden schlesischen Maler Christian Bentum können im Museum im nahegelegenen Ratibor bewundert werden. Es sind ganzfigürliche Bildnisse von Kaiser Karl VI., seiner Frau Christine und ihrer Töchtern Maria Teresia und Maria Anna, entstanden im Jahr 1735 (vgl. das Foto der Innenräume in Krowiarki). Von der ursprünglichen Ausstattung des Schlosses kann man im Ratiborer Museum auch Wappenkartuschen und Bilder - Genreszenen und Bildnisse - bewundern (Informationen über Öffnungszeiten unter www.raciborz.pl).

Jauer – Striegau – Waldenburg

Wir empfehlen, den Ausflug mit dem Besuch des Museums in Jauer (Jawor) zu beginnen. Dort kann man seit Kurzem einen Teil des Gemäldes von Michael Willmann, der bis 1945 in der Schlosskapelle in Luboradz hing, sehen (Informationen über Besichtigungsmöglichkeiten: www.muzeumjawor.pl). Luboradz (Lobris) und Jawor (Jauer) gehörten zu der berühmten Familie derer von Nostitz. In beiden Residenzen befanden sich reiche Kunst- und Kuriositätensammlungen. In der Bibliothek des Schlosses zu Jauer (heute dient es als ein Wohnobjekt) konnte man anamorphische Bilder bewundern (diese auf den Metallröhren gemalte Bilder waren verzerrt, erst bei der Betrachtung ihrer Spiegelbilder warden die Proportionen korrekt) und andere optische Geräte (z. B. mit Spiegeln ausgestattete Guckkästen). In Lobris (Privatbesitz) befand sich eine große Gemäldegalerie (über 200 Bilder, darunter Bildnisse derer von Nostitz, der Vertreter der Herrschergeschlchter und Darstellungen der zur Familie gehörenden Güter) sowie eine wertvolle Sammlung europäischer Graphik (u. a. Dürer, Rembrandt, Altdorfer). Zu den am meisten bewunderten Bilder gehörten Werke von Willmann, darunter ein berühmtes „Befreiung der Andromeda”, heute in den Beständen von Národní galerie in Prag.

Ein Spaziergang durch Kleinburg (Borek) – Sammlungen der Breslauer Juden

Kleinburg (heute: Borek) wurde am Ende des 19. Jahrhunderts in die Stadt Breslau eingemeindet. Der luxuriöse Teil dieses Viertels war eine an den Südpark angrenzende Villensiedlung. Von dem zweiten Dezennium des 20. Jahrhunderts an entstanden in etlichen dort erbauten stattlichen Villen imposante Kunstsammlungen. Wenn diese Sammlungen bis in unsere Zeiten unversehrt erhalten geblieben wären, hätten sie ohne Zweifel die beste Galerie der impressionistischen Malerei in diesem Teil Europas gebildet.

Von Sagan nach Friedersdorf

Wir beginnen den Ausflug mit dem Besuch des ehemaligen Schlosses des Geschlechts Biron in Sagan (Żagań, Informationen über die Besichtigungsmöglichkeiten: http://pkis.um.zagan.pl/). Es beherbergte eine der wichtigsten Kunstgalerien in Schlesien, welche dorthin am Ende des 18. Jahrhunderts gelangte.

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