Östlich von Breslau

Veröffentlichungsdatum: 14 / 11 / 2010

Von dem ehemals imposanten Schloss in Szczodre (Sibyllenort), welches nach dem Zweiten Weltkrieg einem Brand zu Opfer fiel, ist nur ein Fragment eines Flügels erhalten geblieben. Der monumentale Bau, oft „Schlesisches Windsor“ genannt, gehörte zu der Dynastie der Wettiner (früher zu den Fürsten aus der Württemberger Dynastie). Laut den früheren Überlieferungen soll die Sammlung der Malerei, Zeichnungen und Graphik um 5000 Objekte gezählt haben. Zu den wertvollsten Werken alter Meister gehörten Bilder Lucas Cranachs, darunter die früheste bekannte Version des Porträts des sächsischen Kurfürsten, Friedrich des Weisen. Dieses Bild hing, zusammen mit dem Bildnis des sächsischen Kurfürsten Johann des Beständigen in dem sogenannten Familiensalon, während in der Kapelle Cranachs Gemälde Ecce Homo präsentiert war. In den Sammlungen in Sibyllenort befanden sich zahlreiche Bildnisse, darunter eine vollständige Galerie der Fürsten aus der Dynastie der Wettiner. Eine wertvolle Sammlung Meißner Porzellans, eine der größten in Europa, wurde in einem speziell entworfenen, mit Spiegeln ausgelegten Saal ausgestellt, sodass die Figuren, Büsten und Gefäße von allen Seiten bewundert werden konnten. Das zur Besichtigung zugänglich gemachte Schloss gehörte vor dem Zweiten Weltkrieg zu den größten touristischen Attraktionen in der Umgebung von Breslau.

Aus Sibyllenort empfehlen wir nach Brzezinka (Briese) zu fahren, wo sich das heruntergekommene Schloss der Grafen von Kospoth befindet. Das Gebäude aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts zeichnete sich durch einen reich dekorierten Ballsaal, der mit Bildern des flämischen Künstlers Franz de Backer geschmückt war, aus. Die Gemäldegalerie bestand aus einigen Dutzend Bilder, darunter dem Meisterwerk von Rubens mit der Darstellung der heiligen Dreifaltigkeit und den Werken von Jan Steen, Jacob Gerritsz Cuyp und Jacob Jordaens. Über zwanzig mythologische Skulpturen, die früher den Schlossgarten schmückten, gelangten 1950 nach Wilanów, wo man sie bis heute bewundern kann.

Im Anschluss empfehlen wir den Besuch in Syców (Gross Wartenberg) ehemals zu den Fürsten von Biron gehörend. In dem früher im Zentrum der Stadt stehenden Schloss befand sich reiche Innenausstattung: Gobelins, altes Glas und Porzellan sowie antike Uhren. Die Gemäldesammlung bestand aus zahlreichen Bildnissen der Familienmitglieder von bekannten Künstlern: Anton Graff, Josef Grassi und Élisabeth Vigée-Lebrun sowie aus Bildern alter Meister wie Gianbattista Moroni. Das Schloss wurde 1945 verbrannt und in den 1950er Jahren abgerissen. An seine vergangene Pracht erinnert heute der im englischen Stil gestaltete Park, verziert mit hauptsächlich aus Frankreich stammenden Skulpturen und die an seinem Rand stehende evangelische Kirche, ein Werk vom berühmten Architekten Carl Gotthard Langhans. Im Regionalmuseum (Informationen über Öffnungszeiten unter www.sycow.pl/pl/3866/0/Muzeum_Regionalne.html) kann man heute die marmorne, von Jean Antonin Carlès gemeißelte Büste von Françoise Biron aus der ehemaligen Sammlung Biron bewundern.

Das nächste Besichtigungsziel auf der Route ist die Burg in Namysłów (Namslau, das Gebäude ist Privatbesitz), die seit dem Ende des 19. Jahrhunderts zur Familie Haselbach gehörte. In der Burg wurde eine imposante, von Albrecht August Haselbach zusammengetragene Sammlung der topographischen Graphik aufbewahrt. Die Sammlung bestand auch aus den Landschaftsgemälden und Kunsthandwerkobjekten. Aus den dem Sammler zeitgenössischen Werken soll man die Ölbilder von Otto Dix erwähnen.

Eine interessante Sammlung konnte man im Zentrum von

Wartenberg gehörte (heute beherbergt es Versuchsanstalt für Pflanzenzucht und -aklimatisierung). Im Besitz der Familie befand sich eine der größten Sammlungen der alten Graphik in Schlesien. Die Familie konnte auf mehrere Blätter Albrecht Dürers, Martin Schongauers oder Lucas Cranachs stolz sein. In der Sammlung befanden sich auch Skulpturen der berühmten Bildhauer des 19. Jahrhunderts: Christian Daniel Rauchs und Gottfried von Schadows.

Brzegu (Brieg) in der Villa der Familie Löbbecke (heute im Ruinenzustand) bewundern. In den Innenräumen wurden Werke der Maler des 19. Jahrhunderts präsentiert, darunter „Medea“ Anselm Feuerbachs und „Frühlingsabend“ Arnold Böcklins. Die Villa wurde auch mit Skulpturen ihrer Besitzerin – Eva von Löbbecke – geschmückt. Bei dieser Gelegenheit ist es empfehlenswert, das Museum der schlesischen Piasten zu besichtigen (Informationen über die Öffnungszeiten unter http://www.zamek.brzeg.pl/), wo unter anderem das Gemäldezyklus von Giovanni Pinotti aus der Kapelle des Schlosses der Familie Hochberg in Fürstenstein zu sehen ist.

Zum Abschluss schlagen wir vor, das Schloss in Oleśnica Mała (Klein Öls) zu besuchen, das früher zu dem Grafen Yorck von Wartenberg gehörte (heute beherbergt es Versuchsanstalt für Pflanzenzucht und -aklimatisierung). Im Besitz der Familie befand sich eine der größten Sammlungen der alten Graphik in Schlesien. Die Familie konnte auf mehrere Blätter Albrecht Dürers, Martin Schongauers oder Lucas Cranachs stolz sein. In der Sammlung befanden sich auch Skulpturen der berühmten Bildhauer des 19. Jahrhunderts: Christian Daniel Rauchs und Gottfried von Schadows.

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