Schlösser in der Umgebung von Ratibor

Veröffentlichungsdatum: 15 / 11 / 2010

Das Schloss in Krowiarki (Polnisch Krawarn), im 19. Jahrhundert erbaut, war Sitz der Geschlechter von Strachwitz, Gaschin und Donnersmarck (heute in schlechtem Erhaltunszustand, wegen der Besichtigung soll man den Besitzer kontaktieren, Informationen auf der Seite www.krowiarki.pl). Die Bilder aus dem Ballsaal, angefertigt vom hervorragenden schlesischen Maler Christian Bentum können im Museum im nahegelegenen Ratibor bewundert werden. Es sind ganzfigürliche Bildnisse von Kaiser Karl VI., seiner Frau Christine und ihrer Töchtern Maria Teresia und Maria Anna, entstanden im Jahr 1735 (vgl. das Foto der Innenräume in Krowiarki). Von der ursprünglichen Ausstattung des Schlosses kann man im Ratiborer Museum auch Wappenkartuschen und Bilder - Genreszenen und Bildnisse - bewundern (Informationen über Öffnungszeiten unter www.raciborz.pl).

Viele Güter im Einzugsgebiet der oberen Oder gehörten zu dem Geschlecht von Lichnowsky. Vom Beginn des 18. Jahrhunderts gehörten zu ihnen Schlösser in Krzyżanowice (Kreuzendorf), Chuchelná (Kuchelna) und Hradec nad Moravic (Grätz), die mit vielen Kunstwerken ausgestattet waren. Die Familiensammlung baute Karol Max Lichnowsky aus Kreuzendorf und Kuchelna am Anfang des 20. Jahrhunderts, indem er sie um Werke alter Meister bereicherte (Cranach, Giorgione, Tintoretto, Rubens). Lichnowsky mit seiner Frau Mechtilde gehörten zu den ersten Sammler von Werken Pablo Picassos in Preußen. In ihrem Besitz befand sich u. a. das Bildnis von Suzanne Bloch. Von den Verbindungen der Kunstsammler mit dem künstlerischen Milieu bezeugen auch ihre Bildnisse, angefertigt von berühmten Malern Oskar Kokoschka, Georg Kolbe und Max Liebermann. Zum Kreis ihrer Bekannten gehörten auch Auguste Rodin und Roger Fry, ihre Werke gelangten in das Schloss in Kuchelna. Heute befindet sich dort ein Rehabilitationszentrum, die Kunstsammlungen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg in das neu gestaltete Museum in der Burg Hradec nad Moravicí (Grätz) überführt. Die Burgbesichtigung schlagen wir vor als den letzten Punkt der Route. Auf dem Weg nach Hradec nad Moravicí empfiehlt es sich einen Halt in Raduň (Radun), ehemals zu den Fürsten Blücher von Wahlstatt gehörend, zu machen. Das Schloss ist zur Besichtigung von Frühjahr bis Herbst zugänglich (Informationen unter zamek-radun.cz). In den vollkommen erhaltenen Räumen können zahlreiche Kunstgewerbeobjekte und eine Gemäldegalerie mit vielen Bildnissen bewundert werden.

Großformatige Porträts der Mitglieder der Familie Bonaparte, u. a. von Pietro Benvenuto (Abbildung nebenan, heute in den Beständen von Musée National du Château de Fontainebleau) und von François Baron Gerard gehörten zu dem Zyklus von 28 Gemälden aus dem Pariser Palais der Familie de Saint-Cloud. Sie wurden 1815 durch Feldmarschall Gebhard Leberecht von Blücher als Kriegstrophäen nach Schlesien gebracht. Der Feldmarschall führte die preußischen Truppen u. a. in der Schlacht bei Waterloo (sein Mausoleum befindet sich in einem anderen Gut in Schlesien – Krieblowitz (Krobielowice), das er für den Sieg über Napoleon in der Schlacht bei Waterloo vom preußischen Staat bekam). Zu den Beständen in Radun gehören auch Skulpturen und Kunstgewerbegegenstände: Porzellan, Glas, Silber. Auch das Zeughaus der Burg kann besichtigt werden. Zum Schluß empfehlen wir den Besuch des schlon erwöhnten Schlosses in Hradec nad Moravicí, das bis 1945 zur Familie Lichnowsky gehörte (Informationen unter zamek-hradec.cz). Die präsentierte Ausstattung stammt aus unterschiedlichen Sitzen der Familie von Lichnowsky und wurde dort nach dem Zweiten Weltkrieg zusammengelegt. Die Malereibestände setzen sich aus über 200 Werken alter und neuer Meister zusammen (z. B. „Bildnis der Mechtilde Lichnowsky” gemalt vom Expressionisten Oskar Kokoschka). In den Innenräumen werden verschiedene von Andenken aufbewahrt, die von der ruhmreichen Vergangenheit des Schlosses zeugen, wie beispielweise das Instrument, an dem Ludwig van Beethoven während seiner zahlreichen Besuche bei seinen Förderern im Schloss Hradec, komponierte.

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