Benecke von Gröditzberg Wilhelm Christian , , 1779 - 1860 /  ,   - Gröditzberg

W. Ch. Benecke. Ausschnitt aus dem Gemälde von Franz Krüger mit der Darstellung von Benecke mit seiner Familie.

 
Wilhelm Christian Benecke von Gröditzberg (1779 - 1860)
Biographie:

Ch. W. Bennecke von Gröditzberg wurde in Frankfurt an der Oder geboren. Er war einer der reichsten preußischen Händler und Bankier. Er besaß eine Kobaltgrube in Norwegen und viele Immobilien, u. a. einige Häuser in Berlin und die Insel Pichelwerder. Nach der Verleihung eines Adelstitels strebend, kaufte er 1823 Güter in Gröditzberg, mitsamt dem Barockpalast und Ruinen der mittelalterlichen Burg. Bennecke bestimmte den Palast zu seiner Sommerresidenz (er lebte in Berlin) und in der wiederaufgebauten Burg richtete er ein kleines Museum ein. 1829 erhielt er die adelige Würde.

Sammlungslebensdauer in Schlesien: 1829 - 1894
Eigenschaften:

Ch. W. Bennecke kaufte 1829 von einem anonymen Straßburger Juden eine Glasfenstersammlung für den Betrag in Höhe von 1500 Talern. Er verzierte mit denjenigen Glasfenstern die Innenräume des Schlosses, der Burg, des Ausichtsturms und des nahe liegenden Kirchleins. Bennecke wusste wahrscheinlich nicht, dass die von ihm erworbene Glasfenstersammlung einst Johann Martin Usteri (gest. 1827), einem angesehenen schweizerischen Dichter, gehört hatte. Die Sammlung zählte 156 Glasfenster und wird bis heute als eine der bedeutendsten in Europa betrachtet. Sie umfasste ausschließlich Werke aus der Schweiz, entstanden zwischen Ende des 15. Jh. und Anfang des 18. Jh. Zu den wertvollsten Gruppen in dieser Sammlung zählen die Glasfenster von Lucas Zeiner (um 1450-vor 1519), darunter acht Glasfenster aus den Johanniterkirchen in Wald und Bubikon, sechs Glasfenster aus dem Refektorium des Augustinerklosters in Zürich aus dem Jahr 1519, die Glasfenster aus dem Rathaus in Lachen, die Glasfenster von Josias Murer. Um die Mitte des 19. Jh. erfolgte die Auflösung der Sammlung. 1854, noch zur Lebzeit Benneckes, gelangten 23 Glasfenster unter unbekannten Umständen nach Charlottenburg und von dort nach England. Im Februar 1894 verkaufte der nachfolgende Gutinhaber in Gröditzberg, Leo Henckel von Donnersmarck, 18 Glasfenster im Berliner Auktionshaus J. Grünfeld (elf von denen kaufte die Stiftung Gottfried Keller für das Landesmuseum in Zürich, sieben gelangten nach England). Im Frühling 1894 kaufte die Stiftung Gottfried Keller gemeinsam mit dem Landesmuseum in Zürich die weiteren 108 Glasfenster ab. Bis heute befinden sich im Landesmuseum Zürich 81 Glasfenster aus Gröditzberg. In Gröditzberg selbst sind nur sieben Glasfenster als Innenausstattung des Kirchleins erhalten geblieben. Nach dem Zweiten Weltkrieg verblieben von diesen nur fünf. Gegen Ende der 1970-er Jahre verschwanden die drei interessantesten. Eines von denen, 1620 datiert, David in der Höhle mit Löwen darstellend, befindet sich heute in einer Privatsammlung in Hillsborough Kalifornien.

Kategorien der Kunstwerke in der Sammlung: Kunstgewerbe (9)
Bibliographie:

Agnieszka Gola, Magda Ławicka, Kolekcja witraży z Grodźca na tle innych śląskich kolekcji witrażowych, In: "Szkice Legnickie" , Bd. XXV (2004), S. 187-206

Lokalisierung: Gröditzberg (Grodziec) - zamek i pałac
Beitragsverfasser:
  • Agnieszka Gola, Magda Ławicka
Veröffentlichungsdatum: 12 / 06 / 2010
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