Biron / von Talleyrand Geschlecht, von,  /  ,   - Sagan

Gemäldegalerie im Schloss Sagan, um 1925

 
Geschlecht von Biron / von Talleyrand
Sammlungsgründer:

1786 wurde das Fürstentum Sagan durch den Fürsten Peter Biron von Kurland (1724-1800), einen hervorragenden Kunstsammler, gekauft. Damit kam seine Hunderte Kunstwerke zählende Sammlung in das Saganer Schloss. Vom künstlerischen Interesse der Fürstenfamilie Biron zeugt die Aufnahme mancher Künstler unter Mäzenatentum, z. B. der Porträtisten Josef Grassi oder Anton Graff, die 1798 im Auftrag des Fürsten in Sagan wirkten, sowie Wilhelm Tischbeins. Die jüngste Tochter des Sammlers, Dorothea, die spätere Fürstin de Talleyrand-Périgord (1793-1862), erbte von ihrem Vater die sammlerische Leidenschaft. Sie ergänzte die Kunstsammlung durch eigene Aufträge und durch Übernahme der von Maurice de Talleyrand-Périgord vererbten Kunstkollektion. Nach dem Wiener Kongress brachte Dorothea eine bedeutende Sammlung der Bronzen und der Gipsabgüsse nach antiken Statuen in ihren Besitz. Unter ihnen waren z. B. Kopien von Apollo von Belvedere und Venus Medici, stammend aus dem durch Napoleon eingerichteten Museum. Auf Veranlassung der Fürstin wurde die Sammlung 1855 der Öffentlichkeit zur Schau gestellt und aus diesem Anlass erschien im Druck ein Katalog der Gemälde- und Skulpturengalerie, der insgesamt mehr als fünfhundert Objekte zählte.

Sammlungslebensdauer in Schlesien: 1786 - 1945
Eigenschaften:

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gelangte in das Saganer Schloss, das zum Hauptwohnsitz des Geschlechts von Biron geworden ist, eine imposante Kunstsammlung, die mehr als 560 Gemälde zählte und regelmäßig ergänzt wurde. In der Porträtgalerie zeichneten sich zahlreiche Bildnisse der gekrönten Häupter und bedeutenden Persönlichkeiten Frankreichs, Preußens, Österreichs, Russlands, Italiens, bzw. Schwedens aus. Unter den Werken alter Meister trat eine Gemäldegruppe von niederländischen Künstlern (wie Rembrandt, Stehen, Goltzius, Hobbema, Wouwermann) besonders hervor. In der Sammlung befanden sich auch zahlreiche Gemälde von Peter Biron zeitgenössischen Künstlern, z. B. eine bedeutende Bildergruppe von Angelika Kaufmann oder Landschaftsbilder Jakob Philip Hackerts. In der Skulpturensammlung waren u. a. die Werke von Christian Daniel Rauch, Ludwig Wilhelm Wichmann, Bernard Afinger, Pietro Tenerani und Scipio Tadolini zu bewundern. Einen wichtigen Bestandteil der Kollektion bildete die Sammlung der Graphik und Skulptur sowie numismatische Stücke.

Kategorien der Kunstwerke in der Sammlung: Malerei (16), Kunstgewerbe (3)
Bibliographie:

Verzeichnis der Gemälde-Sammlung Seiner Hoheit des Fürsten zu Hohenzollern-Hechingen, Loewenberg 1855

Katalog der werthvollen Gemälden alter Meister aus dem Nachlasse Fürsten Friedrich Wilhelm Konstantin von Hochenzollern-Hechingen, Rudolf Lepke’s Auctions-Hause, Berlin 1890

Niels von Holst, Die Gemäldegalerie Herzog Peters von Kurland in Sagan, In: „Quellen und Forschungen zur Baltischen Geschichte“, 5 (1944), S. 15-25

Katarzyna Adamek-Pujszo, Działalność kulturotwórcza książąt żagańskich Bironów (1786-1862), Bd. 2, Zielona Góra 2007

Lokalisierung: Sagan (Żagań) - Palast des Geschlechts von Biron.
Beitragsverfasser:
  • Magdalena Palica
Veröffentlichungsdatum: 01 / 12 / 2009
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