Albrecht August Haselbach (1892-1979)
Biographie:

Albrecht August Haselbach entstammte der Familie der Namslauer Brauereibesitzer. Neben der erfolgreichen unternehmerischen Tätigkeit (zu seiner Zeiten wurde die Firma zu einem der größten Bier- und Lebensmittelproduzenten in Schlesien), interessierte er sich für Theater, Musik und Geschichte und hielt Kontakte mit intellektuellen und künstlerischen Kreisen in Breslau. Seine seit den 1930er Jahren zusammengetragene Sammlung umfasste sowohl alte, als auch moderne Kunst, konzentrierte sich aber auf den graphischen Darstellungen der Region. Am Ende des Krieges schickte Haselbach seine Sammlung nach Bayern und kurz darauf verließ er mit seiner Familie Schlesien. Bis zum Ende des Lebens führte er eine kleine Brauerei in München.

Sammlungslebensdauer in Schlesien: ok. 1930 - 1945
Eigenschaften:

Die von Haselbach gesammelten Objekte sollten seiner Namslauer Residenz den Anstrich einer ritterlichen Burg verleihen, so gab es unter ihnen Beispiele der alten Handwerk- und Steinmetzkunst. Gleichzeitig sammelte Haselbach Malerei und – hauptsächlich topographische – Druckgraphik, seine Frau – Porzellan mit Ansichten Schlesiens. Am Anfang der 1940er Jahre wurde die Sammlung durch den Erwerb der Sammlungen von Martin Witte aus Breslau und Hans Joseph Klau aus Bolkenhain deutlich vergrößert und wurde zum größten und represäntativsten Konvolut der topographischen Graphik zu Schlesien, das es je gegeben hat. Es umfasste über vier Tausend Blätter, die zwischen dem 15. und dem 20. Jahrhundert in unterschiedlichsten Techniken entstanden sind. Den Schwerpunkt der Sammlung bildeten Ansichten der Romantik und des Biedermeiers aus dem dritten Viertel des 19. Jahrhunderts.

1942 Haselbach erwarb einige Ölgemälde von Otto Dix (eine Serie mit religiösen Szenen, die sich vor dem Hintergrund des Riesengebirges abspielten), welche nach den Skizzen, die während des Aufenthalts des Malers im Haus der Familie Haselbach in Querseiffen (heute Płóczki) im Riesengebirge, entstanden sind.



Kategorien der Kunstwerke in der Sammlung: Malerei (1)
Bibliographie:

Lob der Heimat. Schlesiens Landschaft in Gemälden, Graphik und Handzeichnungen des 19. Jahrhunderts. Ausst. Kat. Kunstsammlungen der Stadt Breslau. Schlossmuseum, April – Juni 1942. Breslau [1942].

Günther Grundmann: Die Namslauer Burg und ihr musischer Besitzer Albrecht Haselbach. In: Erlebter Jahre Widerschein, 2. Ausg. München 1974, S. 247-252.

Fritz Löffler: Otto Dix. Bilder zur Bibel und zu Legenden, zu Vergänglichkeit und Tod. Berlin 1986, S. 59n.

Zeit-Reisen. Historische Schlesien-Ansichten aus der Graphiksammlung Haselbach. Podróże w czasie. Dawne widoki Śląska na grafikach z kolekcji Haselbacha. Autoren: Angelika Marsch, Johanna Brade, Diana Codogni-Łańcucka, Arno Herzig, Henryk Waniek. Ausst. Kat. Hg. v. Dietmar Popp, Ulrike Lorenz, Jerzy Ilkosz, Markus Bauer. Marburg, Regensburg, Wrocław, Görlitz 2007-2008.

Vermerke:

Nach 1945 wurden Teile der Sammlung sukzessive verkauft (an private Sammler und Institutionen). Im Jahre 1961 wurde die Sammlung aufgeteilt. Über 3.200 Blätter erwarb das Bundesland Hessen, das sie im dem 1970er Jahren in drei Phasen der Ostdeutschen Galerie in Regensburg (heute Kunstforum Ostdeutsche Galerie) als Dauerleihgabe übergeben. Der kleiner Teil der graphischen Sammlung und andere Objekte (Ölgemälde, Kunsthandwerk, Briefe und Bücher) verblieb im Besitz Haselbachs und seiner Erben. Dann ist er an die Stiftung Kulturwerk Schlesien in Würzburg als Dauerleihgabe übergegangen. Im Jahr 2004 übernahm das Schlesische Museum zu Görlitz diesen Bestand.

Lokalisierung: Namslau (Namysłów) - Burg (zamek)
Beitragsverfasser:
  • Diana Codogni-Łańcucka
Veröffentlichungsdatum: 30 / 08 / 2010
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