Ingenheim Geschlecht, von,  /  ,   - Hirschberg

Salon in der Villa von Ingenheim in Hirschberg, gegen 1915

 
Geschlecht von Ingenheim
Sammlungsgründer:

Der Sammlungsschöpfer war Graf Gustav Adolph von Ingenheim (1789-1855), Stiefbruder des preußischen Königs Friedrich Wilhelms III. Im zweiten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts wurde er, aufgrund seines Interessengebiets, nach Italien gesandt, um neue Kunstwerke für die damals aus königlichem Befehl entstehenden Museeneinrichtungen in Berlin zu erwerben. Gleichzeitig begann Graf von Ingenheim seine Privatsammlung zu gestalten. Ingenheim, in Rom und Berlin gleichzeitig residierend, leitete einen Kunstsalon, den die Künstler von solchem Rang wie Berthel Thorvaldsen, Karl Friedrich Schinkel oder Christian Daniel Rauch besuchten. Die Bekehrung zum Katholizismus im Jahr 1826, trotz eindeutigen Verbots des Königs, zog mit sich die Vertreibung Ingenheims aus Preußen und gleichzeitig den Verlust von Finanzmitteln, die fürs Fortsetzen der sammlerischen Leidenschaft nötig waren. Die Kunstwerke aus der ehemaligen Sammlung des Grafen wurden etwa zwei Jahrzehnte nach seinem Tod nach Schlesien überführt. Etwa dreißig Gemälde gelangten zur am Anfang des 20. Jahrhunderts errichteten Villa in Hirschberg, die im Besitz der Sammlers Tochter Elisabeth von Mikusch-Buchberg war.

Sammlungslebensdauer in Schlesien: um 1905 - 1945
Eigenschaften:

Den Hauptteil der Hirschberger Sammlung von Ingenheims bildeten die Gemälde von italienischen Künstlern, z. B. von Bernardo Daddis Werkstatt, vom Meister der Argonautentafeln, Raffaellino del Garbo, bzw. von Michelangelo di Pietro Mencherini. Die Sammlung wurde durch die Gemälde nordeuropäischer Künstlern ergänzt, unter denen ein Landschaftsbild von Paul Brill und die „Versuchung des hl. Antonius“, Pieter Breughel zugeschrieben, zu nennen sind. Die Innenwände der Villa in der Stonsdorferstraße wurden auch mit Leinwandgemälden aus dem 19. Jahrhundert verziert, darunter mit den Landschaftsbildern und Porträts von Florian Grosspietsch oder von Janus Genelli. Eine Zierde der Sammlung war das Leinwandgemälde von Johann Erdmann Hummel mit dem Titel „Gesellschaft in einer italienischen Locanda“, das auf dem Archivphoto des Salons in der Villa zu sehen ist.

Kategorien der Kunstwerke in der Sammlung: Malerei (5)
Bibliographie:

M. Palica, Willa Ingenheim w Jeleniej Górze i jej zbiory - krótka historia zapomnianej kolekcji, In: "Rocznik Jeleniogórski", 37 (2006), S. 229-336

Lokalisierung: Hirschberg (Jelenia Góra) - Stonsdorferstraße 10 (ul. Mickiewicza)
Beitragsverfasser:
  • Magdalena Palica
Veröffentlichungsdatum: 01 / 12 / 2009
Project co-financed by Ministry of Labour and Social Policy under Government Project – Civic Benefit Fund.
All information published under license: Creative Commons