Ingenheim Geschlecht, von,  /  ,   - Reisewitz

Johann Erdmann Hummel, "Gustav Adolf von Ingenheim"

 
Geschlecht von Ingenheim
Sammlungsgründer:

Der Sammlungsschöpfer war Graf Gustav Adolph von Ingenheim (1789-1855), Stiefbruder des preußischen Königs Friedrich Wilhelms III. Im zweiten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts wurde er, aufgrund seines Interessengebiets, nach Italien gesandt, um neue Kunstwerke für die damals aus königlichem Befehl entstehenden Museeneinrichtungen in Berlin zu erwerben. Gleichzeitig begann Graf von Ingenheim seine Privatsammlung zu gestalten. Ingenheim, in Rom und Berlin gleichzeitig residierend, leitete einen Kunstsalon, den die Künstler von solchem Rang wie Berthel Thorvaldsen, Karl Friedrich Schinkel oder Christian Daniel Rauch besuchten. Die Bekehrung zum Katholizismus im Jahr 1826, trotz eindeutigen Verbots des Königs, zog mit sich die Vertreibung Ingenheims aus Preußen und gleichzeitig den Verlust von Finanzmitteln, die fürs Fortsetzen der sammlerischen Leidenschaft nötig waren. Die Kunstwerke aus der ehemaligen Sammlung des Grafen wurden etwa zwei Jahrzehnte nach seinem Tod nach Schlesien überführt. Das gleiche Schicksal betraf seine sterblichen Überreste, die in die Familienkapelle unweit vom Palais des Geschlechts in Reisewitz bei Neisse gelegt worden sind.

Sammlungslebensdauer in Schlesien: um 1870 - 1945
Eigenschaften:

Die Privatsammlung von Ingenheims zählte mehr als 140 Gemälde, von denen bis 130 nach Schlesien gelangten (darunter die Werke von hervorragenden italienischen Künstlern, z. B. von Fra Angelico, Masolino da Panicale, Giovanni Bellini, Sandro Botticelli). Auch die Gruppe der italienischen „Primitiven“, wie Taddeo Gaddi und Bernardo Daddi, war erheblich. Bedeutenden Sammlungsteil bildeten die Leinwandgemälde aus dem 19. Jahrhundert, manche von denen unmittelbar bei den Künstlern bestellt, z. B. eine Landschaft von Martin von Rohden. Der Graf versammelte auch mehr als 180 Antikenstücke, deren drei viertel zum ehemaligen Familienwohnsitz in Reisewitz gelangten.

Kategorien der Kunstwerke in der Sammlung: Kunstgewerbe (1), Malerei (35)
Bibliographie:

Magdalena Palica, Gustav Adolf von Ingenheim (1789-1855) - kolekcjoner i mecenas, Wrocław 2009 (Doktorarbeit, geschrieben im Kunstgeschichtlichen Institut, Universität Wroclaw)

Lokalisierung: Reisewitz (Rysiowice) - Das Geschlechtspalais von Ingenheim
Beitragsverfasser:
  • Bartłomiej Bartelmus
Veröffentlichungsdatum: 30 / 11 / 2009
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