Minutoli Alexander, von, 1806-1887 /  ,   - Friedersdorf am Queiss

Alexander von Minutoli

 
Alexander von Minutoli (1806-1887)
Biographie:

Alexander von Minutoli war Rechtsanwalt und Wirtschaftler von Beruf. Sein Interesse konzentrierte sich auf die bildenden Künste, was er in seinen zahlreichen Publikationen zum Ausdruck brachte. Im Jahr 1834 trat er eine Amtsstellung in Liegnitz an, gleichzeitig begann er seine Kunstgewerbe- und Kunstwerksammlung zusammenzutragen. Er betätigte sich auch am Leben seiner Region, beteiligte sich in archäologischen Ausgrabungen im schlesischen Gebiet und sammelte Beispiele lokalen Handwerks.

Sammlungslebensdauer in Schlesien: um 1830 - 1945
Eigenschaften:

Minutoli gestaltete eine riesige Sammlung (ihre Größe wird auf 28000 Exponate geschätzt), die überwiegend aus Kunstgewerbeobjekten bestand. Sein Ziel war es, dass seine Sammlung zeitgenössischen Handwerkern als Vorbild dienen sollte, weshalb er eine öffentlicher Präsentation anstrebte. Dank der Unterstützung des Königs Friedrich Wilhelm IV. wurden ihm die Säle des Liegnitzer Schlosses zur Verfügung gestellt. In den Jahren 1854-1855 bereitete Minutoli, mithilfe des Fotografen Ludwig Belitskis, eine Veröffentlichung mit dem Titel Vorbilder für Fabrikanten und Handwerker, vor. Es handelte sich um Atlanten, die die von ihm gestaltete Sammlung in 4500 Aufnahmen zeigte.

Einen Teil der Antikensammlung erbte der Sammler von seinem Vater Heinrich von Minutoli, der an archäologischen Reisen nach Ägypten teilgenommen hatte. Die Sammlung alteuropäischer Malerei zählte mehr als 200 Objekte, deren Zierde der gotische Flügelaltar von Nicolaus Obilman, aus der Pfarrkirche St. Petri und Pauli in Liegnitz, war. Während seiner Reisen durch Schlesien erwarb Minutoli auch Steinmetzstücke, die das Untergeschoss seines Palastes in Friedersdorf am Queiss verzierten.

Kategorien der Kunstwerke in der Sammlung: Kunstgewerbe (1), Malerei (23), Skulptur (6)
Bibliographie:

Vorbilder für Handwerker und Fabrikanten aus den Sammlungen des Minutolischen Instituts ... zu Liegnitz, red. Alexander von Minutoli, Liegnitz 1855

Alexander von Minutoli, Catalog der Sammlungen von Meisterwerken der Industrie und Kunst des Instituts Minutoli zu Liegnitz, Berlin 1872-187

Catalogue der Sammlungen von Musterwerken der Industrie und Kunst zusammengebracht durch Herrn Freiherrn Dr. Alexander von Minutoli Geheimen Regierungsrath in Liegnitz auch enthaltend die wertvollen Miniaturen, Antiken und Gläser aus dem Nachlasse sr. Excellenz des Herrn General Freiherrn Heinrich von Minutoli, Aktionshaus J. M. Herberle, Köln 1875

Henry Tode, Die Gemäldesammlung des Freiherrn von Minutoli, In: „Zeitschrift für bildende Kunst” 1886, Nr. 21, S. 319-325

Katalog der Galerie Minutoli vom Schlosse Friedersdorf in Schlesien (Gemälde alter Meister), Rudolph Lepke’s 706 Berliner Auctions-Katalog, Berlin 1899

Katarzyna Suska, Historia zbioru gemm szklanych Aleksandra Minutolego w Legnicy, In: „Archeologia” 1994, nr 45, s. 104-106

Jerzy Żelazowski, I vetri a figure d’oro delle collezioni di Gołuchów e di Heinrich Menu von Minutoli nel Museo Nazionale di Varsavia, In: „Archeologia” 1999,

Bernd Vogelsang, Beamteneinkauf. Die Sammlungen des Freiherrn von Minutoli in Liegnitz. Eine Dokumentation zur Geschichte des ersten deutschen Kunstgewerbemuseums, Dortmund 1986

Vermerke:

Die Sammlung Minutoli wurde in den Jahren 1874-1875 im Liegnitzer Schloss präsentiert. Ihr Aufbewahrungsort und zugleich der Hauptsitz des Sammlers war jedoch der durch Minutoli 1865 gekaufte Palast in Friedersdorf am Queiss. Bis zum Zweiten Weltkrieg befanden sich dort die Objekte der Sammlung, mit Ausnahme eines Teils der Gemälde, die 1899 bei einer Kunstauktion im Berliner Salon Rudolph Lepke verkauft wurden.

Lokalisierung: Friedersdorf am Queiss (Biedrzychowice) - Pałac rodu von Minutoli
Beitragsverfasser:
  • Magdalena Palica
Veröffentlichungsdatum: 30 / 11 / 2009
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