Hugo Naphtali, Olga Naphtali-Bielski
Sammlungsgründer:

Hugo Naphtali und seine Frau Olga geborene Bielski (geb. 1873) waren Familie, die zur Kulturelite Breslaus der Vorkriegszeit gehörte. 1911 trat der Kaufmann Naphtali der Schlesischen Gesellschaft der Vaterländischen Kultur bei, der holländische Komponist Leander Schlegel widmete der Ehefrau Naphtalis einen der von ihm 1909 komponierten Märschen. Die künstlerische Interessen der Eltern wurden an ihre Tochter Anna (geb. 1900) überreicht, die Kunstgeschichte studierte und 1920 einen Berliner Kunsthändler Georg Caspar geheiratet hat (nach seinem plötzlichen Tod im Jahr 1930 leitete sie selbständig die Galerie in Berlin). Die nationalsozialistischen Verfolgungen haben ebenfalls die Familie Naphtali betroffen, Anna kam 1941 ums Leben, ihre Mutter ein Jahr später. Hugos weiteres Schicksal ist unbekannt.

Eigenschaften:

In der Sammlung Naphtali befanden sich Gemälde auf Leinwand von den führenden europäischen Malern des 19. Jahrhunderts, darunter Courbet und Pissarro. In die Sammlung gelangten ebenfalls Werke der späteren Generation der Künstler: von Maurice de Vlaminck und Paul Signac. Eines hohen Ansehens von der Seite der Sammler erfreuten sich ebenfalls einheimische Künstler: Anselm Feuerbach, Max Liebermann, Max Slevogt, Wilhelm Leibl, Lovis Corinth sowie Wilhelm Trübner. 1927 wurden im Cassirer/Helbing Galerie 22 Kunstwerke versteigert.

Kategorien der Kunstwerke in der Sammlung: Malerei (2), Zeichnung (1)
Bibliographie:

Paul Cassirer, Hugo Helbing, Deutsche und französische Meister des 19. und 20. Jahrhunderts aus Berliner, Breslauer und anderem Privatbesitz, Berlin 1927 (Auktion vom 17.5.1927)

Lokalisierung: Breslau (Wrocław) - Kleinburgstraße 7 (ul. Januszowicka 7)
Beitragsverfasser:
  • Magdalena Palica
Veröffentlichungsdatum: 13 / 01 / 2014
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