Toni Neisser (1861-1913), Albert Neisser (1855-1916)
Biographie:

Albert Neisser war weltberühmter Dermatologe, der 1882 die Professur und Direktorenstelle der Dermatologischen Klinik der Universität Breslau antrat. Ein Jahr später heiratete er Toni geborene Kaufmann, mit der ihn Vorliebe fürs Kunstsammeln verband. In den Jahren 1897-1898 wurde eine Villa, nach dem Entwurf Hans Griesbachs errichtet, die das Ehepaar Neisser bewohnte. Die Ausschmückung des Musiksaals (1898/1899), Werk des jungen Fritz Erlers verewigte sich in der Kunstgeschichte als das erste Gesamtkunstwerk im Jugendstil. Fritz Erler und sein Bruder Erich entwarfen auch einige andere Innenräume der Villa (Flur, Teezimmer, 1905, Konferenzsaal, 1912). Die Neisser gehörten zu den bedeutendsten Mäzenen an der Jahrhundertwende in Breslau, den von ihnen geführten Salon besuchten die weltberühmten Künstler, Musiker (Gustav Mahler, Richard Strauss), Schriftsteller (Gerhard Hauptmann) sowie Maler, Bildhauer und Graphiker. Gegen sein Lebensende verschrieb Albert Neisser der Stadt sein mit Kunstwerken ausgefülltes Haus, mit Bestimmung für Ausstellungsziele.

Sammlungslebensdauer in Schlesien: Ende des 19. Jh. - 1934
Eigenschaften:

In der Villa Neisser befanden sich viele Kunstwerke von den durch den Hausherren geförderten Künstlern Fritz und Erich Erler, darunter Porträts beider Ehegatten und berühmter Gäste des Hauses. Zu der Sammlung gehörten ebenfalls Gemälde von Giovanni Segantini (Mittagszeit in Alpen), Arnold Böcklin (Triptychon Venus Genitrix), Oswald Achenbach, Hans Thoma, Frijts Thaulow, Eugen Spiro, die Skulpturen von Constantin Meunier, Franz Stuck, Ignatius Taschner und Theodor von Gosen. In der Villa befanden sich auch zahlreiche Kunstgewerbegegenstände, darunter Werke des alten und zeitgenössischen schlesischen Kunstgewerbes sowie die Kunst des Fernostens, versammelt während der Studienreisen auf die Sunda-Inseln in den Jahren 1905 und 1906.

Kategorien der Kunstwerke in der Sammlung: Malerei (4), Zeichnung (1)
Bibliographie:

Conrad Buchwald, Das Haus Albert und Toni Neisser. Ein Führer, Schlesisches Musem für Kunstgewerbe und Altertümer, Breslau 1920

Piotr Łukaszewicz, Dom Alberta i Toni Neisserów, Zapomniany rozdział z dziejów wrocławskich muzeów, In: „Roczniki Sztuki Śląskiej”, 15 (1991), S. 39-57

Lokalisierung: Breslau (Wrocław) - Fürstenstrasse 124 (ul. Różyckiego, budynek nie istnieje)
Beitragsverfasser:
  • Piotr Łukaszewicz
Veröffentlichungsdatum: 02 / 12 / 2009
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