Silberberg Max, , 1878-1945 /  ,   - Breslau

Max Silberberg

 
Max Silberberg (1878-1945)
Biographie:

Silberberg, in Neuruppin (Brandenburg) geboren, übersiedelte im Jugendalter, mitsamt seiner ganzen Familie nach Beuten (O.S.), wo er von dem Handelsbetrieb für Magnesiterzeugnisse „M. Weissenberg“ eingestellt wurde. Im Jahre 1920, schon als Betriebsmitbesitzer, ließ er sich in Breslau nieder und erwarb gleichzeitig eine imposante Villa in der Landsbergerstraße 1-3. Der Sammler wirkte tatkräftig im Kulturleben Breslaus, war auch Mitbegründer des Jüdischen Museums. Im Jahr 1940 wurde das Vermögen Silberbergs der Arisierung unterzogen, der Sammler und seine Ehefrau wurden ein Jahr später nach Leubus ins Konzentrationslager verschickt. Beide kamen in Auschwitz ums Leben.

Sammlungslebensdauer in Schlesien: um 1905 (in Breslau seit 1920) - 1941
Eigenschaften:

Die Kunstgalerie, eingerichtet von Max Silberberg, war die einzigartigste unter allen Privatkunstsammlungen jüdischer Besitzer in Breslau der Vorkriegszeit. Bei der Erwerbung einzelner Kunstwerke waren die hervorragenden Kunstkenner, wie z. B. Julius Meier-Graefe, öfters Silberbergs Berater. Silberberg trug in seiner Villa zahlreiche großartige Gemälde auf Leinwand von französischen Malern des 19. Jahrhunderts, u. a. von Corot, Courbet, Daumier und Delacroix, zusammen. Wesentlichen Sammlungsbestandteil bildeten Gemälde der Impressionisten, wie Monet, Renoir, Sisley, Pissarro und Degas. In der Sammlung befanden sich auch Werke von van Gogh, Manet, Signac, Braque, Rodin sowie von den berühmten deutschen Künstlern – Liebermann, Kolbe, Marées und vom höchstbeliebten Maler des Sammlers, Wilhelm Leibl. Von hoher Bedeutung war auch die Skulpturensammlung, wo u. a. Werke von Aristide Maillol, Constantin Meunier und Henri Matisse zu sehen waren.

Kategorien der Kunstwerke in der Sammlung: Malerei (42), Zeichnung (9), Skulptur (2)
Bibliographie:

Paul Abramowski, Die Sammlung Silberberg, Breslau, In: „Der Sammler”, (20) 1930, S. 149-153

Alice Landsberg, Eine grosse deutsche Privatsammlung. Die Sammlung Silberberg in Breslau, In: „Die Dame“, 16 (1930), S. 12-15

Collections de Messieurs S… et S…, Tableau Modernes, Paris, 9 Juin 1932, Galerie Georges Petit, Paris 1932

Karl Scheffler, Die Sammlung Max Silberberg, In: „Kunst und Künstler“, 30 (1931), S. 3-18

Gemälde und Zeichnungen des 19. Jahrhunderts aus einer bekannten schlesischen Privatsammlung und aus verschiedenem Privatbesitz, Versteigerung 141, 23. März 1935, Paul Graupe, Berlin 1935

Anja Heuss, Die Sammlung Max Silberberg in Breslau, In: Die Moderne und ihre Sammler. Französische Kunst in deutschem Privatbesitz vom Kaiserreich zur Weimarer Republik, hrsg. Andrea Pophanken, Felix Billeter, Berlin 2001, S. 311-326.

Monika Tatzkow, Hans Joachim Hinz, Bürger, Opfer und die historische Gerechtigkeit. Das Schicksal jüdischer Kunstsammler in Breslau, In: „Osteuropa”, 56 (2006), S. 155-171

Monika Tatzkow, Max Silberberg (1878-1945) Breslau, In: Melissa Müller, Monika Tatzkow, Verlorene Bilder, verlorenes Leben. Jüdische Sammler und was aus ihren Kunstwerken wurde, München 2008

Vermerke:

Die Wirtschaftskrise erzwang den Sammler, bereits 1932 einen Teil seiner Privatsammlung zu verkaufen. Nachdem die Nazis an die Macht gelangt waren und ihm die geräumige Villa am Südpark beschlagnahmt worden war, musste er sich vom übrigen Sammlungsteil trennen. Fünfzig hochwertigsten Gemälde und Zeichnungen wurden am 23. März 1935 im Auktionshaus Paul Graupe versteigert. Weitere Kunstauktionen in demselben Auktionshaus, fanden am 12. Oktober (Zeichnungen), am 12.-14. Dezember (Bücher), 21. Dezember (Skulptur und Kunstgewerbe), am 7. Januar 1936 (Skulptur) sowie am 23.-25. März 1936 (sonstiger Bibliotheksbestandteil) statt.

Lokalisierung: Breslau (Wrocław) - Landsbergerstrasse 1-3 (ul. Kutnowska)
Beitragsverfasser:
  • Bartłomiej Bartelmus
Veröffentlichungsdatum: 30 / 11 / 2009
Project co-financed by Ministry of Labour and Social Policy under Government Project – Civic Benefit Fund.
All information published under license: Creative Commons