Tiele-Winckler Geschlecht, von,  /  ,   - Moschen

Großes Treppenhaus im Moschener Palast

 
Geschlecht von Tiele-Winckler
Sammlungsgründer:

Im Jahr 1866 wurde der Palast in Moschen durch Grafen Hubert von Thiele-Winkler erworben. Dreißig Jahre danach vernichtete ein Brand das Gebäude. Die Residenz ließ Franz von Thiele-Winkler, Huberts Sohn, mit Schwung wiederaufbauen. Die Innenräume, deren Schmuck die Neorenaissancedecken und Holzvertäfelung bildeten, wurden mit Kunstwerken verziert, die der Residenzinhaber während seiner Reisen, u. a. nach Italien erworben hatte. Ein großer Saal mit verglaster Decke wurde zur Gemälde- und Gobelingalerie bestimmt.

Sammlungslebensdauer in Schlesien: Ende des 19. Jh. - 1945
Eigenschaften:

Unter zahlreichen Kunstwerken, mit denen die Innenräume des Moschener Palastes geschmückt wurden, darunter vielen Porträts der Familienvertreter, ist ein Gemäldezyklus von Gaetano Zompini nennenswert. „Die zierlichen Leinwandbilder Zompinis (man muss erwähnen, dass diese Gemälde aus Venedig weggebracht wurden) verzierten ursprünglich alle Wände des größten Saals des piano nobile eines bei San Salvator in der Bembostraße gelegenen Palastes (unter der Nummer 4780), der ehemals einer Patrizierfamilie des Namens Zinelli gehörte […] 1914 wurden diese durch Grafen Thiele-Winkler gekauft, der einen richtigen Saal, einem venezianischen ähnlich, einrichten ließ, um diese in ursprünglicher Anlage zu positionieren und sein Schloss in Moschen zu verzieren […] Schade, dass jene Bilder ins Ausland gelangten“, so bedauerte 1930 Oreste Battistella, Verfasser der Monographie über Gaetano Gerardo Zompini. Ebenfalls aus Italien (aus dem bolognesischen Palais des Geschlechts Malvezzi-Campeggi) gelangte ein Gobelinzyklus mit der Jakobsgeschichte nach Moschen, der durch den berühmten Willem de Kempeneer, nach den Kartons Bernard van Orleys (heute im Musée Royaux d’Art et d’Histoire in Brüssel aufbewahrt) angefertigt wurde.

Kategorien der Kunstwerke in der Sammlung: Kunstgewerbe (10)
Bibliographie:

Oreste Battistella, Della vita e delle opere di Gaetano Gherardo Zompini. Pittore e incisone nervesano del XVIII secolo, Bologna 1930

Marthe Crick-Kuntziger, Musées Royaux d'Art et d'Histoire de Bruxelles, catalogue des tapisseries. XIVe-XVIIIe siècles, Bruxelles 1956

Maria Cichoń-Bitka, Moszna. Zamek i azalie, Opole 2004

Lokalisierung: Moschen (Moszna) - Der Grafenpalast von Tiele-Winckler
Beitragsverfasser:
  • Magdalena Palica
Veröffentlichungsdatum: 27 / 05 / 2010
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