Porträt Ernst Seegers
Objekttyp: Malerei
Material / Technik: Öl auf Leinwand
Maße: 60,5 x 46 cm
Zusätzliche Informationen:

Der Geheimrat Seeger unterstützte den Künstler finanziell und kaufte seine Werke zur eigenen Sammlung.

Objekt gehörte zu folgenden Sammlungen:
Standort: Kunsthalle, Bremen
Aktueller Aufbewahrungsort: Kunsthalle, Bremen
Wichtige Historische Informationen:

Das Gemälde hat eine sehr bewegte Geschichte. Es befand sich zunächst in der Sammlung des Porträtierten, der es aber nach 1908 verkaufte. Es ist 1913/14 in der Galerie Caspari in München nachgewiesen. Anfang 1916 erwarb Carl Sachs das Bild dann von der Galerie Arnold in Dresden.

Mehrfach stellte Carls Sachs das Werk als Leihgabe zur Verfügung. Es war in den Ausstellungen zur deutschen Malerei des 19. Jahrhunderts, die 1917 in Zürich und Basel gezeigt wurden, ebenso zu sehen, wie in der Leibl Ausstellung 1929 in Berlin und Köln.

Der jüdische Sammler Carl Sachs verlor nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten den größten Teil seines Kunstbesitzes. Einige Gemälde konnte er in die Schweiz überführen. Das Porträt Ernst Seegers befand sich daher ab 1934 in Zürich und ab 1939 in Basel, wohin auch Herr Sachs emigriert war.

Mit dem Eintreffen in der Schweiz war Carl Sachs nach der Ausplünderung in Deutschland gezwungen, Bilder zu verkaufen, um existieren zu können. Das Werk von Leibl ging 1940 an die Galerie Fischer in Luzern und wurde dort von dem deutschen Kunsthändler Haberstock angekauft, der es zurück nach Deutschland brachte.
Nach Kriegsende wurden das Porträt von den Alliierten in den Bestand des Collecting Points München überführt, da Karl Haberstock als sehr verdächtiger Kunsthändler angesehen wurde. Die Behörden der Bundesrepublik gaben dieses und andere Werke später an Haberstock zurück. Er verkaufte das Bildnis mit Hilfe der Münchner Galerie Böhler 1954 an die Stadt Bremen für die dortige Kunsthalle.

Literatur:

Emil Waldmann, Kunst der Realismus und Impressionismus [Serie: Propyläen-Kunstgeschichte], Berlin 1930, S. 306

Emil Waldmann, Wilhelm Leibl. Eine Darstellung seiner Kunst. Berlin 1930, Nr. 254

Beiträge:
Beitragsverfasser:
  • Dr. Hans-Joachim Hinz
Veröffentlichungsdatum: 10 / 06 / 2010
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