Zwei nackten weiblichen Halbfiguren
Objekttyp: Malerei
Material / Technik: Kleberfarbe auf Leinwand
Maße: 87,4 x 70,6 cm
Datierung: um 1919
Objekt gehörte zu folgenden Sammlungen:
Aktueller Aufbewahrungsort: Museum Ludwig, Köln
Wichtige Historische Informationen:

Das Gemälde befand sich in der Sammlung Ismar Littmanns, der mit Mueller befreundet war. Es mag also recht wahrscheinlich sein, dass das Bild direkt von dem Künstler erworben wurde. Nach dem Sammlers Selbstmord soll die Komposition im Berliner Max Perl Salon zur Versteigerung erstellt worden sein. Zwei Tage vor der geplanten Kunstauktion wurde das Gemälde durch Gestapo beschlagnahmt, mitsamt den Werken anderer zeitgenössischen Künstler, die als Vertreter der „verdorbenen Kunst“ beurteilt wurden. Die Bilder wurden zur Berliner Nationalgalerie geliefert, um zu entscheiden, ob sie irgendwelchen Wert hätten. Der damalige Einrichtungsdirektor, Eberhard Hanfstengel wählte von dieser Gruppe 18 Werke, darunter ebenfalls das besagte Gemälde von Mueller und diese Bilder wurden verschont. Im Juli 1937 wurde in München eine Ausstellung mit dem Titel „Entartete Kunst“ eröffnet, die mehr als zwei Millionen Zuschauer besuchten. Unter 600 Kunstwerke waren dort vier Bilder aus der Sammlung Littmanns zu sehen, u. a. die „Zwei nackten weiblichen Halbfiguren“. Im Jahr 1942 wurde diese Komposition, durch einen allgemein bekannten deutschen Kunstsammler Joseph Haubrich gekauft, der seine Privatsammlung, 1946 dem Kölner Wallraf-Richartz-Museum schenkte. 1976 gelangten die Werke zeitgenössischer Kunst aus dieser Einrichtung, ins neu eingerichtete Ludwig Museum in Köln. 1999 wurde jenes Gemälde, den Breslauer Sammlers Nachkommen erstattet und kurz danach von ihnen fürs Museum wieder abgekauft.

Literatur:

Evelyn Weiss, Zwei Restitutionsfälle, In: Beiträge öffentlicher Einrichtungen der Bundesrepublik Deutschland zum Umgang mit Kulturgütern aus ehemaligen jüdischen Besitz, bearb. von Ulf Häder, Magdeburg 2001, S. 79-87

Beitragsverfasser:
  • Magdalena Palica
Veröffentlichungsdatum: 07 / 12 / 2009
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