Aufsätze

Stiftungsglasfenster des Herzogs von Oels

Autor: Beata Fekecz-Tomaszewska (Architekturmuseum Breslau) (02 / 03 / 2010)

In der reichen Glasgemäldesammlung, die über viele Jahre von dem Breslauer Architekturmuseum gestaltet wird, ist eine keineswegs große (d.h. kaum einige zehn Stücke zählende), doch sehr wertvolle Sammlung von frühneuzeitlichen emaillierten Scheibchen sowie von Kabinettglasgemälden aus dem 16.-17. Jh. erwähnenswert, deren Herkunft auf alle Fälle in der Schweiz, bzw. in oberdeutschen Ländern zu suchen ist. Unter wenigen Objekten, die höchstwahrscheinlich aus Schlesien stammen, ist ein Kabinettglasfenster, mit dem Stadtwappen von Oels aus dem Jahr 1597, besonders beachtenswert.

Den Haag in Kamenz, d. h. über den holländischen Vedutenzyklus aus dem Kamenzer Schloss

Autor: Hab. Dr. Andrzej Kozieł (17 / 03 / 2010)

Unsere Kenntnis in der ehemaligen Innenausstattung des Schlosses in Kamenz ist indirekt proportional zur Kenntnis in der Architektur dieses europäischen Meisterwerkes der Neogotik. Soweit die Entstehungsumstände, Baugeschichte und architektonische Formgenese des Schlosses, das 1838 von Karl Friedrich Schinkel für die Fürstin Marianne von Oranien-Nassau entworfen wurde, in zahlreichen und erschöpfenden Veröffentlichungen aufbereitet worden ist, sofern bilden die einzige Quelle über die Innenausstattung der Kamenzer Residenz, einige Aufnahmen aus der Vorkriegszeit sowie ein kurzer Bericht Günther Grundmanns in seinem Erinnerungsband aus 1972. Der Verfasser erwähnt einige Renaissancemöbel sowie klassizistische Ausstattungsstücke, die ebenfalls nach dem Entwurf Schinkels hergestellt wurden. Die Innenwände waren mit Stadtansichten von Berlin und Haag, sowie mit zahlreichen Porträts der Geschlechtsvertreter von Oranien-Nassau und Hohenzollern von Friedrich Bury, Karl Begas und Franz Krüger verziert.

Die Gemäldesammlung des Bischofs Heinrich Förster

Autor: dr Joanna Lubos-Kozieł (12 / 04 / 2010)

Der Breslauer Bischof Heinrich Förster (1799-1881), der sein Amt in den Jahren 1853-1881 bekleidete, war der eminenteste Mäzen der Malerei und Kirchenkunst des 19. Jh. in Schlesien.

Das „Porträt des Ludwig Simon” von Carl Philipp Fohr – Geschichte einer Zeichnung

Autor: Magdalena Palica (26 / 08 / 2010)

Das meisterhafte Porträt, gezeichnet von einem hoch bekannten Nazarener Carl Philipp Fohr, gelangte ein paar Jahre nach seiner Entstehung nach Schlesien, wo es bis zum Zweiten Weltkrieg durch fünf Generationen Breslauer Künstler und Kunstsammler genossen werden konnte.

Porträt Kaiser Ferdinands III. von Habsburg aus dem Regionalmuseum in Jauer

Autor: Arkadiusz Muła (06 / 01 / 2011)

Das präsentierte Porträt in Ovalform stammt aus dem ehemaligen Heimatmuseum in Jauer. Es wurde bisher als Bildnis eines nicht näher bekannten „schlesischen Herzogs“ betrachtet. Eine solche Erwähnung über jenes Gemälde gibt der Verfasser der Note im Inventar des Museums, welches seit Ende der 20-er Jahre des 20. Jh. niedergeschrieben wurde. Nach den neuesten Forschungen handelt es sich um eines der interessantesten in der Kunst Schlesiens bis heute erhaltenen Bildnisse des Kaisers Ferdinand III. (1608-1637).

Sammlung niederländischen Grafik aus dem 16. Jahrhundert des Breslauer Patriziers Jacob Rehdiger

Autor: dr Aleksandra Lipińska (28 / 03 / 2011)

Die Bestände der Universitätsbibliothek in Breslau, der Nachfolgerin der ersten öffentlichen Bibliotheken der Stadt und der reichen Sammlungen der schlesischen Klosterbibliotheken ist eine unerschöpfliche Quelle faszinierender Forschungsthemen. Die Kriegsverluste und Verstreuung der Sammlungen nach 1945 trugen dazu bei, dass unsere Kenntnis dieser Bestände immer noch lückenhaft ist. Der vorliegende Beitrag, der der Sammlung der niederländischen Grafik des Breslauer Patrizier Jacob Rehdiger gewidmet ist, ist ein kleiner Versuch, diese Lücken zu schließen.

Das Ölgemälde „Himmelfahrt der Heiligen Jungfrau Maria” aus der Sammlung des Stadtmuseums in Neisse – ein Zuschreibungsversuch

Autor: Ewelina Kwiatkowska (Muzeum w Nysie) (15 / 10 / 2012)

Die Ölskizze im Neisser Stadtmuseum aufbewahrt, zu einem Gemälde „Himmelfahrt der Heiligen Jungrau Maria“ von Sebastiano Ricci, viele Jahre als Werk eines italienischen Künstlers Gaspare Diziani (1689-1767) betrachtet, wurde angesichts der neuesten Forschungen als Kopie vom 19. Jahrhundert erkannt. Das Gemälde unbekannter Urheberschaft stammt aus der Sammlung des Grafen Eloi Matuschka von Toppolczan aus Biechów bei Neisse und wurde 1945, nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs dem Museum in Neisse übergeben.

Botticelli in Reisewitz

Autor: Magdalena Palica (13 / 12 / 2009)

Am 22. August 1929 schrieb Bernard Berenson, der in seinem Brief an Joseph Duveen einige Gemälde aus der Sammlung der Familie der Grafen von Ingenheim erwähnte, folgende Worte: „Sogar eine Bildaufnahme schlechter Qualität lässt es zweifelsohne feststellen, dass diese zwei Bilder von niemandem anderen, als von Masolino da Panicale geschaffen worden waren – ich bitte Sie, machen Sie alles, was in Ihrer Macht steht, um diese beiden Werke Masolinos zu erwerben“.

Die Villa Ingenheim in Hirschberg

Autor: Magdalena Palica (13 / 12 / 2009)

Zwei Gebäude in Deutschland tragen noch heute den Namen „Villa Ingenheim“. Das Eine befindet sich am Havelufer in Potsdam, das Andere in Wiesbaden. Beide sind unmittelbar mit dem bedeutendsten Vertreter des Geschlechtes derer von Ingenheim verbunden, dem Kunstsammler Gustav Adolf von Ingenheim, nach dem die Häuser benannt wurden (mehr von ihm im Beitrag „Botticelli in Reisewitz“). Mit demselben Namen sollte ein anderes Gebäude bezeichnet werden, welches Ende des 19. Jahrhunderts in Hirschberg (Jelenia Góra) an der Kreuzung der ehemaligen Stonsdorferstrasse (heute ulica Mickiewicza) und der Wilhelmstraße (heute ulica Wojska Polskiego) erbaut wurde.

Die Sammlung Matuschka in Bechow

Autor: Magdalena Palica (13 / 12 / 2009)

Die Bechower Sammlung entstand auf Anregung des Grafen Eloi Matuschkas von Toppolczan, der im Jahr 1856 das Anwesen bei Neisse geerbt hat, nach seiner verstorbenen Tante Antoinette von Montbach. Wegen eines Brands, der zwei Jahre vorher den Palast samt Wirtschaftsbauten und Kirche vernichtet hatte, beschloss der Graf eine neue Residenz errichten zu lassen.

6000 Kunstwerke - Sammlung Ismar Littmann

Autor: Magdalena Palica (13 / 12 / 2009)

Ismar Littmann wurde 1878 in Groß-Strehlitz (Strzelce Opolskie) geboren. Im Jahr 1902 erhielt er den Doktortitel im Rechtgebiet, vier Jahre später übersiedelte er nach Breslau, wo er seine eigene Rats-Notarkanzlei, in der Schweidnitzer Straße (heutige Świdnicka-Straße) eröffnete. Höchstwahrscheinlich kam die Littmanns Sammelnsleidenschaft, etwa fünfzehn Jahre nach seiner Ankunft in Breslau zutage.

Bildnisgalerie in Bad Warmbrunn

Autor: Magdalena Palica (13 / 12 / 2009)

1784 begann man, im Auftrag Johann Nepomuks von Schaffgotsch, eine neue Familienresidenz in Bad Warmbrunn zu errichten. Nach vier Jahren war das Gebäude schon fertig und man konnte mit der Inneneinrichtung anfangen. Der prunkhafte, dreigeschossige Bau mit drei Flügeln und geräumigen Innensälen ermöglichte der Familie Schaffgotsch die Einrichtung und eigentliche Gestaltung der Porträtgalerie, die in jedem Adelssitz notwendig war.

Alexander Minutoli als Sammler

Autor: Magdalena Palica (13 / 12 / 2009)

Alexander von Minutoli, einer Familie von reicher Sammeltradition entstammend und bereits in seiner Jugend Interesse für Kunstdenkmäler beweisend, war Verfasser von verschiedenen Fachpublikationen, z. B. von einem Inventar der mittelalterlichen Kunstdenkmäler Brandenburgs (1836). Seine Forschungsprojekte regte Interesse Friedrich Wilhelms IV. und Karl Friedrich Schinkels an, die jene Unternehmen finanziell unterstützten und mit denen Minutoli jahrelang im Kontakt blieb, seine immer neuen Unternehmen kontinuierlich berichtend.

Sammlung Leo Lewin

Autor: Magdalena Palica (13 / 12 / 2009)

Der 1881 geborene Leo Lewin war das älteste von sechs Kindern Carl Lewins, eines bekannten Breslauer Herstellers und Großhändlers der Textilprodukte. Die von seinem Vater begründete Firma „C. Lewin“, stellte anfangs männliche Kleidung her. Von dem Erfolg des Unternehmens entschied die Erweiterung des Assortiments um Arbeiter- und Schutzkleidung sowie um Pferdedecken und Plaids, die in Massen hergestellt wurden. Die leitenden Produkte der Firma Lewin konnten von Breslauer Bürgern im Firmengeschäft in der Gartenstraße 7 (heutige Piłsudskiego-Straße) erworben werden.

Sammlung Carl Sachs

Autor: Magdalena Palica (13 / 12 / 2009)

Der in Jauer geborene Carl Sachs war einer der ersten großformatigen Sammler, deren sich die jüdische Gemeinde Breslaus erfreuen konnte. Er begann seine Berufspraxis in der sich mit Handel befassenden Firma seines Onkels, deren Sitz sich in Landeshut befand. Nach dem Tod des Verwandten zog er nach Breslau und begann seine Berufstätigkeit im Handel mit Kurzwaren.

Von Delacroix bis van Gogh – die Sammlung Max Silberbergs

Autor: Magdalena Palica (13 / 12 / 2009)

Wenn im dritten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts, ein durchschnittlicher, an Kulturleben interessierter Bürger Breslaus gefragt worden wäre, wo in dieser Stadt die bedeutendste Privatkunstsammlung zu suchen wäre, hätte er keine Zweifel. Er hätte sicherlich die am Rand des Südparks stehende Villa genannt, deren Inhaber ein wohlhabender jüdischer Unternehmer namens Max Silberberg war.

Project co-financed by Ministry of Labour and Social Policy under Government Project – Civic Benefit Fund.
All information published under license: Creative Commons