Objekt des Monats

März 2011: „Heilige Dreifaltigkeit mit Hl. Elisabeth, Johannes dem Täufer und Taube“

1608 kehrte der dreißigjährige Rubens von Rom in seine Heimatstadt Antwerpen zurück. Der Einfluss italienischer Kunst äußerte sich sehr deutlich in seinen in folgenden Jahren entstandenen Werken. Kurz nach dem Verlassen der Ewigen Stadt malte der Künstler das Leinwandbild die Heilige Dreifaltigkeit darstellend, welches über ein Jahrhundert, Zierde des Palastes des Geschlechts von Kospoth in Briese war.

Februar 2011: Meister der Argonautentafeln "Geschichte von Amor und Psyche"

Zwei Gemälde, die die Geschichte von Amor und Psyche veranschaulichen und einst in der Sammlung der Grafen von Ingenheim zu sehen waren, sind Beispiele für eine besondere Kunstgattung in Italien der Renaissance, nämlich die cassoni Malerei.

Januar 2011: Giorgio Andreoli, Teller mit musizierendem Putto

Eine Zierde des von Grafen von Ingenheim bewohnten Palastes in Resewitz, war einst das Tondo aus Majolika, welches durch Giorgio Andreoli geschaffen worden war, einen der wichtigsten Hersteller der geschmückten Fayencestücke in Italien der Renaissance.

Dezember 2010: Édouard Manet „Porträt Petruisets – des Löwenjägers”

Das großformatige „Porträt Petruisets – des Löwenjägers” entstand im Jahr 1881, zwei Jahre vor dem Tod des Künstlers. Manet, der über sein ganzes Leben nach Anerkennung der Jury des Pariser Salons gestrebt hatte, gewann sie erst dank diesem Werk, welches ihm eine lange erwartete Medaille gebracht hat. Der von Manet verewigte Eugène Petruiset, war eine sehr bildhafte Persönlichkeit, die viele Verfasser inspirierte (er wurde u. a. durch Jules Verne, in der Erzählung „Zehn Stunden der Jagd“ herbeigerufen). Im Jahr 2008 ist jenes Abenteuersucher Protagonist des Romans von Olivier Rolin geworden, der viele Zeilen der Freundschaft des Porträtierten mit dem Künstler gewidmet hat.

November 2010: Fra Angelico "Versuchung des Hl. Antonius durch einen Klumpen Gold"

Das Gemälde stellt eine Szene aus der Legende des Hl. Antonius dar, niedergeschrieben durch Hl. Athanasius und verbreitet durch die Legenda Aurea von Jakobus de Voragine. Fra Angelico schilderte den Heiligen Abt im Moment, wo er in der Wüste, durch einen Dämon verlockt wird, der sich in der Gestalt eines Klumpens Gold verhüllt hat. Jene Darstellung verbreitete sich in italienischer Tafel- und Wandmalerei, im dritten Jahrzehnt des 15. Jahrhunderts, anfangs als Bestandelement der Gemäldezyklen, diesem Heiligen gewidmet, später auch als eine selbständige Szene, nicht zuletzt innerhalb einer Predella, mitsamt Szenen von anderen Heiligenleben.

Oktober 2010: Claude Monet "Schnee in der untergehenden Sonne"

Das von Monet 1869 gemalte Bild zeigt eine Strasse in Louveciennes, mit tauenden Schneeschichten bedeckt, in denen sich die Abendsonne widerspiegelt. Der scheinbar unattraktive Blick eines kleinstädtischen schlammigen Weges verwandelte sich unter dem Pinsel des Malers in eine von Licht vibrierende Darstellung, die immer noch die Begeisterung der Betrachter genießt.

September 2010: Giovanni Bellini "Bildnis eines Mannes mit rot"

Das ehemals im Besitz der Familie von Ingenheim befindliche Porträt, gemalt von Giovanni Bellini, stellt höchstwahrscheinlich einen venezianischen Patrizier Girolamo Priuli dar. Bei der Identifizierung des Porträtierten, die neulich durch einen italienischen Experten Lorenzo Finocchi Ghersi vorgeschlagen wurde, war eine unübliche Kopfdeckung des Jünglings hilfreich.

August 2010: Hendrik Goltzius "Danae auf Zeus wartend"

Das großdimensionale Leinwandbild im Jahr 1603 von Goltzius geschaffen, wird als eines der vollkommensten Aktbilder aus dem 17. Jahrhundert bezeichnet.

Juli 2010: Taddeo Gaddi "Tod des Adeligen aus Celano"

Giorgio Vasari schrieb in „Das Lebens Giottos” über den Bildzyklus in einer der Florentiner Kirchen: „In Santa Croce […] an den Schränken der Sacristei [sind] aber Darstellungen aus dem Leben Jesu und des heiligen Franciskus“. Die heute geltende Zuschreibung dieser Malereien an Taddeo Gaddi wurde erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch den bekannten italienischen Kunsthistoriker Giovanni Battista Cavalcaselle vorgeschlagen.

Juni 2010: Vincent van Gogh "Garten in Auvers"

Vincent van Gogh verbrachte seine zwei letzten Lebensmonate in Auvers-sur-Oise, unter der Obhut von Dr. Paul Gachet, den der Künstler in zahlreichen Leinwandgemälden verewigt hat. Für den Maler war das sehr arbeitsame Zeit, es wird geschätzt, dass damals aus seiner Hand, jeden Tag ein neues Leinwandbild herkam.

Mai 2010: Edgar Degas "Balletttänzerinnen"

Die Bildkomposition von Degas, sechs Tänzerinnen auf Bühne darstellend, entstand höchstwahrscheinlich in den frühen 1880-er Jahren. Rund fünfzig Jahre später gelangte jenes Gemälde in die Sammlung eines Breslauer Kunstsammlers Max Silberberg.

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