Stiftung "Rariora Artis"

Stiftungsangaben:
NIP: 899 26 85 464
Nr KRS: 0000345946
REGON: 021158377
Emailadresse: info@slaskiekolekcje.eu

Die Stiftung „Rariora Artis” wurde am 18. Dezember 2009, auf Anregung von Dr. Magdalena Palica begründet.

Statutengemäß werden der Stiftung folgende Ziele gestellt:
1. Versammeln, Verarbeiten und Veröffentlichen von Informationen über die Kunstwerksammlungen, die sich einst in Schlesien befanden,

2. Unterstützen des internationalen Informationsaustausches im Bereich vom oben genannten Punkt 1,

3. Verbreitung von Geschichte des schlesischen Sammelwesens als eines interessanten, jedoch kaum bekannten Aspektes der Geschichte jener Region.

Alle oben genannten Ziele werden verwirklicht, im Rahmen des Projektes „Schlesische Kunstsammlungen“.

Der Stiftungsname kommt dem Titel her, eines Buches Rariora Naturæ & Artis item in Re Medica, oder Seltenheiten der Kunst des Kundmannischen Naturalien=Kabinetts…, verfasst durch einen bekannten Breslauer Arzt Johann Christian Kundmann und auf dessen Anregung, 1737 im Druck erschienen. Sammlerei war ein ausgesprochen wesentlicher Bereich seiner Tätigkeit und die von ihm gestaltete Wunderkammer gehörte zu den höchstinteressanten schlesischen Kabinetten. Kundmann bereicherte und ergänzte sukzessiv seine Sammlung, deren Charakter die Interessenvielfalt des Besitzers widerspiegelte. In seiner Sammlung konnte man die kunst- und naturhistorischen Exponate finden, nicht nur die lokalen, sondern auch diejenigen, die die exotischen Länder und Kulturen vertraten. Im Interessenbereich Kundmanns fanden sich u. a. Botanik, Zoologie, Mineralien, Fossilien, Edelsteine, Kunstwerke, aber auch lokale Altertümlichkeiten, Schriftproben von verschiedenen Völkern, wissenschaftliche Instrumente sowie Numismatik.

Kundmann ließ viele seine Texte veröffentlichen, doch ist sein wichtigstes Werk gerade das oben genannte Buch Rariora Naturæ & Artis. Es handelt sich um eine Sammlung von Aufsätzen, in welchen der Verfasser seine wissenschaftlichen Meinungen zum Ausdruck bringt und präsentiert seine umfangreiche Kenntnis zu verschiedensten Themenbereichen. Die Auseinandersetzungen (wenn man ja nur einige von Kundmann behandelte Themen erwähnen würde, z. B. über die Natur der Fossilien, Verhalten der Tiere, Ursachen des Wetterwechsels, Ernährungsgewohnheiten in verschiedenen Ländern Europas, Figuren der Schneeflocken, bzw. des Verfassers Analyse von Sterbe- und Geburtenraten in Breslau) werden mit einigen zehn ganzseitigen Radierungen bebildert.

In diesem Buch befindet sich ebenfalls eine verkürzte, deutschsprachige Version des Sammlungskatalogs Kundmanns. Der eigentliche Katalog wurde elf Jahre vorher in lateinischer Version aufgelegt, unter dem Titel Promtuarium Rerum Naturalium & Artificialium Vratislaviense und bildete den zweiten Teil derselben Publikation. Im ersten Teil ließ sich Kundmann nicht nur als Besitzer einer einzigartigen Sammlung, sondern vor allem als für Sammlermilieu höchst interessierter Chronist erkennen – er verfasste nämlich die Beschreibungen schlesischer Sammlungen vom Ende des 16. Jh. beginnend, bis zum Jahr 1726. Die von ihm veröffentlichten Inventare bezogen sich nicht nur auf Privatsammlungen, sondern auch auf Sammlungen der öffentlichen Bibliotheken und Kunstwerke, die sich in den Breslauer Kirchen befanden.

Auf diesen Tätigkeitsbereich Johann Christian Kundmanns bezieht sich gerade das Forschungsvorhaben Schlesische Kunstsammlungen. Die chronistische Sorgfältigkeit des Breslauer Mediziners ermöglicht uns den Einblick darin, was in der Vergangenheit versammelt wurde, welche Sammlungen sich eines großen Ruhm und Ansehens erfreuten, inwiefern reich und einzigartig die Sammlungen waren. Die schlesische Sammlerei überging über Jahrhunderte, verschiedene Schicksalsprüfungen, viele Sammlungen wurden verstreut, zahlreiche ihnen einst zugehörigen Kunstwerke gingen verloren, bzw. wurden zerstört, viele wurden vergessen. Jedoch bildete dieses Phänomen und bildet immer einen ganz interessanten Teil des schlesischen Kulturlebens – leider immer kaum bekannten, deshalb immer mehr interessierenswerten. Die Erinnerung an die Persönlichkeiten schlesischer Sammler, Auffinden der erhaltenen Werke aus deren ehemaligen Sammlungen, wird die Kenntnis über die Geschichte unserer Region sicherlich bereichern lassen.

(Textverfasserin: Monika Żernik)

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